Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sucht mit der Bekanntmachung vom 16.07.2019 nach Projektvorschlägen, die die Gestaltung digitaler Geschäftsmodelle und die Plattformökonomie mit IT-Sicherheit und einem angemessenen Umgang mit Privatheit vereinbar machen und dafür ökonomische Grundlagen bieten. Dabei sollen die ökonomischen Zusammenhänge in der IT-Sicherheit erforscht und verstanden werden und so zum Beispiel der Nutzen von IT-Sicherheitsmaßnahmen bezifferbar werden. Ebenfalls im Fokus steht das Aufzeigen von Entwicklungsmöglichkeiten, die die negativen Auswirkungen der Plattformökonomie im Sinne eines Verlustes von digitaler Selbstbestimmtheit ökonomisch sinnvoll kompensieren können. Neben betriebswirtschaftlichen Aspekten können auch volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen ebenso in die Betrachtung mit einbezogen werden, wie verhaltensökonomische Aspekte und psychologische Fragen zu Vertrauen, Präferenzen, Verhaltensasymmetrien oder auch Fragen zur Benutzbarkeit und kognitiven Last.

Im Rahmen der Bekanntmachung werden folgende drei Projektschwerpunkte benannt, wobei grundsätzlich auch jede Mischung der Themen zulässig ist:

1.) IT-Sicherheit messen und beziffern
2.) Geschäftsmodelle zur kooperativen Verbesserung von IT-Sicherheit
3.) Privatheitsfreundliche Geschäftsmodelle in einer

Die consider it GmbH hat gemeinsam mit der Blockchain Research Lab gGmbH aus ihren bisherigen Forschungsarbeiten einen Projektvorschlag abgeleitet. Aktuell wird evaluiert, mit welchen Partnern der Vorschlag zur geforderten max. 15-seitigen Projektskizze ausgearbeitet und zur Begutachtung bis spätestens 17.10.2019 eingereicht werden soll. Gesucht werden Anwendungspartner zum Beispiel aus dem Bereich Bewerber-Management Software für eine mögliche Erprobung des Ansatzes, Technologie-Partner mit Fokus auf IT-Sicherheit sowie wissenschaftliche und juristische Partner für die Bewertung der zu entwickelnden Ansätze. Die consider it bittet um Interessensbekundungen mit Angabe der möglichen Beiträge in Form von Stichpunkten bis 05.09.2019 und wird im Anschluss im Dialog mit den interessierten Partnern die weitere Antragstellung koordinieren. In der Folge wird der Stand des Projektvorschlages kurz skizziert.

Privatheit im Kontext Bewerbungs- und Karrieremanagement
(Programmschwerpunkt 3: Privatheitsfreundliche Geschäftsmodelle in einer Plattformökonomie)

Das Vorhaben baut auf der Idee einer HR Managerin und ihrer langjährigen Berufserfahrung auf. Das Projekt bezieht sich auf die persönlichen Daten von Bewerbern und Arbeitnehmern über Ihre gesamte Berufslaufbahn. Damit sind beispielsweise Lebenslaufinformationen, Zeugnisse, Referenzen, verifizierte Projekterfahrungen, Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen, Lohnsteuerkarte und Sozialversicherungsnummer gemeint. Die heute übliche Praxis besteht darin, diese Daten zumeist entweder analog und per Post oder unverschlüsselt als Email-Anhang zu versenden. Der damit verbundene Aufwand fällt bei jeder Bewerbung und bei jeder Neuaufnahme einer Beschäftigung an. Die Daten werden in vielfältige Bewerber-Management-Systeme übernommen und veralten dort oder müssen bei Abschluss von Arbeitsverträgen in den dann relevanten Systemen – mit teils erheblichem manuellen Aufwand – neu erfasst werden. Für Bewerber gibt es keine Möglichkeit, Ihre Bewerbungsunterlagen und -informationen an einem einzigen, gesicherten und vertrauenswürdigen Ort abzulegen und sie gezielt und kontrolliert potenziellen Arbeitgebern oder auch anderen Akteuren (z.B. Personalvermittlern, Karriereberatern, etc.) zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig liegt das Geschäftsmodell zum Beispiel des größten internationalen Business-Netzwerkes LINKEDIN darin, die für die Plattform kostenfrei von den Mitgliedern erfassten Daten, gegen erhebliche Gebühren in Form von Datenbankzugängen beispielsweise für Recruiter, Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Hier werden systematisch persönliche Verbraucherdaten enteignet und zu kommerziellen Zwecken Dritter verwertet.

Das dargestellte Thema soll als Anwendungsfall dienen, um im Sinne der BMBF Bekanntmachung ein Geschäftsmodell mit transparenter Datennutzung umzusetzen und zu evaluieren. Das für eine erfolgreiche Beantragung erforderliche Konsortium befindet sich aktuell im Aufbau. Die consider it GmbH steht als Konsortialführerin zur Verfügung und bringt über das dargestellte Geschäftsmodell hinaus mit ihrem Geschäftsbereich Personalvermittlung einen Marktzugang für den prototypisch zu entwickelnden Demonstrator in das Konsortium ein. Gesucht werden weitere Partner zur Vervollständigung des Projektkonsortiums. Bei Interesse wenden Sie sich bitte direkt an Christopher Nigischer per Email unter nigischer@consider-it.de.

(https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-2547.html)